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Die Deutsche Bahn plant, schon bald Züge von Computern steuern zu lassen. Dabei könnte ihr jedoch das eigene Schienennetz zum Verhängnis werden, denn es stellt sie vor immense Probleme.

Die Automobilindustrie arbeitet derzeit mit aller Kraft an der Entwicklung und Erprobung von selbstfahrenden Autos, welche durch zahlreiche Assistenzsysteme ihre Insassen durch den Verkehr bringen, ohne dass ein aktives Eingreifen des Fahrers notwendig ist. Erste Prototypen, die solch ein „Autonomes Fahren“ ermöglichen wurden bereits von Mercedes, Audi, Volvo und Bosch der Öffentlichkeit vorgestellt. Als neueste Innovation in Sachen Lkws bietet Daimler noch dieses Jahr die allerersten autonomen Lkws weltweit an.

Ähnlich ehrgeizige Ziele verfolgt auch die Deutsche Bahn: der Einsatz fahrerloser Züge soll bald möglich werden. So sagte Bahnchef Rüdiger Grube, er könne sich autonomes Fahren im Bahnverkehr durchaus vorstellen, weswegen bereits einige Pilotprojekte am laufen seien. Dabei sollen die ersten fahrerlosen Loks bereits vor den selbstfahrenden Autos auf die Schiene kommen.

Mischbetrieb bringt Probleme mit

Im Deutschen Schienennetz gibt es allerdings eine nicht zu vernachlässigende Besonderheit: Im Gegensatz zu Japan oder Frankreich herrscht im Netz der Deutschen Bahn überwiegend Mischbetrieb. Das bedeutet, dass Hochgeschwindigkeits- und Fernverkehrszüge wie ICE oder IC dieselben Trassen nutzen wie Regional- oder S-Bahnen. Indes ist in Schienennetzen mit Mischbetrieb der Einsatz fahrerloser Züge eine ziemlich große Herausforderung.

Allerdings gibt es auch einige Streckenabschnitte, die nicht im Mischbetrieb befahren werden, sondern nur von einer Zugart frequentiert werden. Beispiele hierfür sind etwa einige S-Bahn-Netze und Schnellfahrstrecken, wie zwischen Frankfurt und Köln, auf denen ausschließlich ICE fahren. Nach Gruber sollen Lok- und Triebfahrzeugführer auf diesen Strecken zu erst ersetzt werden.

 

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Bild: https://pixabay.com/en/railway-station-cologne-train-619082/

 

Auch wenn es futuristisch klingen mag. Eine Revolution wäre ein fahrerloser Bahnverkehr nicht. Zwar liegt Deutschland in diesem Thema im internationalen Vergleich etwas zurück. Aber auch hierzulande verkehren bereits automatische Züge. Die U-Bahn-Linie U3 in Nürnberg verkehrt bereits seit 2008 führerlos. Zwischenfälle gab es bisher nicht, weswegen auch die Linie U2 in Teilen entsprechend nachgerüstet wurde. Aber auch die U-Bahn München verfügt bereits über die Technologie zum fahrerlosen Betrieb. Wenngleich dort noch immer Triebfahrzeugführer im Einsatz sind – wie im gesamten Netz der Deutschen Bahn.

Im Ausland stellt sich die Situation hingegen anders da: In Asien etwa werden neugebaute Schienenverkehrssysteme für den Nahverkehr führerlos betrieben. Und bereits jetzt sind automatisch gesteuerte Verbindungsbahnen, sogenannte People Mover, an Flughäfen tägliche Realität.

Die Umstellung bestehender Schienennetze auf führerlosen Betrieb ist technisch unproblematisch. Im Nahverkehr sei die Unterstützung von Lokführern durch automatisierte Systeme Stand der Technik, sagt Andreas Festag, Experte für fahrerlose Fahrzeuge an der Dresdener TU. Es sei die Aufgabe solcher Systeme, die Geschwindigkeit des Zuges zu steuern. Nach Festags Ansicht sei der komplette Ausbau zum vollautomatischen Betrieb nur noch der letzte logische Schritt.

 

Fahrer ist das größte Risiko

Hierfür spricht auch, dass automatische Zugleitsysteme als wesentlich zuverlässiger gelten als von Menschen gesteuerte Züge. Denn der Fahrer selbst ist im Schienenverkehr der größte Risikofaktor. Er kann müde werden, falsche Entscheidungen treffen, zu spät reagieren oder abgelenkt sein. Diese Risiken werden von Zugleitsystemen überwunden und ausgeschaltet.

Darüber hinaus gelten fahrerlose Züge als effizienter als von Fahrern gesteuerte Bahnen. So haben Eisenbahnhersteller wie Bombardier oder Siemens herausgefunden, dass führerlose Züge in kürzeren Abständen zueinander fahren können als reguläre Bahnen, da ohne Zugführer der Sicherheitsabstand verkürzt werden kann. Dies hat sich in Versuchen und der Erfahrung mit dem Betrieb führerloser Züge bestätigt.

Derzeit erprobt die Bahn Kamerasysteme und Ortungssysteme bei der Erzgebirgsbahn. Weitere Tests im Güterverkehr sollen 2016 mit Strecken- und Rangierloks erfolgen.

Für die Logistik und den Transport von Gütern ist die autonome Bahn eine interessante Entwicklung die Spedition und Logistiker vor neuen Herausforderungen stellen wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Ihr Team der NTU Spedition in Nürnberg.

 

Beitragsbild: https://pixabay.com/de/zug-eisenbahn-s-bahn-nahverkehr-797072/

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