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Klassische Branchen wie Mobilität und Hotellerie haben es hinter sich. Die Unternehmen Uber und Airbnb erreichten dort mit neuen Technologien jeweils fundamentale Umbrüche. Die Digitalisierung ist auch in der Logistikbranche seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Allerdings noch weniger disruptiv und noch ist nicht absehbar, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird. Wie werden der technische Fortschritt und digitale Innovation die Logistik in Zukunft verändern? Die US-amerikanische Unternehmensberatung Arthur D. Little ging diesen Fragen auf den Grund.

Wie sind Umbrüche möglich?

Viele Prozesse in der Logistik liefern ein Meer aus Daten. Die Branche ist deshalb prädestiniert, signifikant von den neuen Technologien zu profitieren. Das digitale Wettrennen namens Logistik 4.0 läuft bereits. Sowohl die etablierten Spieler als auch die neuen Teilnehmer des Marktes haben zwei Optionen, um sich langfristig den Sieg zu sichern.
Die erste Möglichkeit ist die „Verbesserung des Spiels (improving the play)“. Das bedeutet, bestehende Lösungen weiterzuentwickeln oder sie zu optimieren.
Beispiele dafür sind, Prozesse kosteneffizienter zu gestalten oder bestehende Serviceangebote auszubauen und zu ergänzen.
Der zweite Ansatz ist die disruptive „Veränderung des Spiels (changing the play)“. Das heißt, die existierenden Modelle der Branche komplett infrage zu stellen und sie von Grund auf neu zu denken. Dafür werden ständig neue Geschäftsmodelle erprobt.

Welche neuen Geschäftsmodelle sind möglich?

Ein beliebtes Modell ist der sogenannte „Marketplace“. Dieser fasst zunehmend Fuß in der Logistikbranche. Das jeweilige Unternehmen beschränkt sich darauf, automatisiert zwischen den Geschäftskunden und -anbietern zu vermitteln. Außerdem kann die Preisgestaltung beim Marketplace liegen. Mittlerweile sind intelligente Marketplaces, die eine Vielzahl von Algorithmen für das Matchmaking einsetzen, weitaus effizienter als analoge Vermittlungsbörsen. Zusätzliche Services wie das Angebot von Versicherungen oder eines Kundenservices tragen dazu bei, das Modell zu etablieren. Beispiele aus diesem Bereich sind Firmen wie Timocom oder Freightos.

Eine weitere digitale Nische bedienen Firmen wie Alpega, Transporeon oder Shippeo. Sie spezialisieren sich darauf, operierenden Transportunternehmen und Speditionen Softwarelösungen zur Verfügung zu stellen.

Klassische Transportprozesse werden so optimiert. Dadurch wird eine Effizienzsteigerung ermöglicht. Dieser Bereich umfasst Themen wie Flottenfahrzeuge in Echtzeit zu verfolgen oder Vorhersagen über Engpässe in den Lieferketten zu treffen. Sie vereinfachen besonders die Planung von Ruten und Schichtplänen.Das dritte Geschäftsmodell ist die technische Integration der Logistik. In diesem Bereich operieren Firmen wie Forto oder Flexport. Diese sogenannten digitalen Speditionen bieten dem Kunden Online-Interfaces, um klassische Frachtangebote zu nutzen. Mithilfe dieser Angebote kann die komplette Supply-Chain eines Unternehmens digitalisiert werden.

Es ist festzustellen, dass Unternehmen zunehmend auf Mischformen der oben genannten Modelle setzen. Die Kunden erhalten so komplettere Gesamtlösungen. Eine weitere Bedingung ist, dass mit dem Einsatz von Technologie gezielt die Probleme der Kunden gelöst werden und Prozesse optimiert werden sollten.
Sonst überwiegen die Stärken bzw. die Robustheit der analogen Modelle.

Wo geht die Reise hin?

Bei Arthur D. Little rechnet man bis 2025 mit einem Zuwachs der technologischen Lösungen im mittlerem bis hohem zweistelligen Prozentbereich.
Die angenommene Wachstumsrate der traditionellen Logistik beträgt nur ca. fünf Prozent. Es ist realistisch anzunehmen, dass die Konzepte der digitalen Logistik die klassischen Angebote in spätestens 20-30 Jahren überholen. Die neuen Lösungen werden den Logistikmarkt mittel- bis langfristig durchdringen.Eine Symbiose aus traditionellem Know-how und dem gezielten Einsatz von Technologie ermöglicht den Fortschritt. Die Balance ist hier entscheidend, denn Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist gleichzeitig ein Hilfsmittel und ein Innovationstreiber. Man kann nur gespannt verfolgen, welche Neuerungen kommen werden und welchen Kurs die Logistikbranche in Zukunft einschlägt.

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