Die dynamische oder auch chaotische Lagerhaltung basiert auf dem Prinzip einer einheitlich nutzbaren Lagerfläche und auf einem rechnergestützten Lagerverwaltungssystem. Vor der Einführung der betrieblichen EDV erfolgte im Lagerwesen die Einlagerung von unterschiedlichen Gütern anhand von sogenannten Festplätzen. Jedes Gut oder jede Ware hatte einen fest zugewiesenen Lagerplatz, dessen Kennzahlen wie Größe und Belastbarkeit mit der Ware übereinstimmten. Dieses einfache Prinzip der Lagerhaltung besitzt jedoch den Nachteil, dass die vorhandenen Lagerplätze unzureichend ausgelastet sind, da durch fortlaufende Entnahme ständig leere Lagerplätze vorhanden sind, die erst wieder befüllt werden können, wenn die diesen Plätzen zugewiesene Ware angeliefert wird.

Umfangreiche dynamische Lagerhaltung erfolgt mittels Software

In der dynamischen Lagerhaltung wird einer Ware oder einem Gut der bestmögliche, gerade leere Lagerplatz zugewiesen. Das Prinzip der dynamischen Lagerhaltung kann bei Größen von mehreren Tausend Lagerplätzen, wie es heute üblich ist, nur mithilfe einer entsprechenden Software erfolgen und unter dem Aspekt, dass die Infrastruktur des Lagers einheitlich auf definierte Größen und Gewichte abgestimmt ist.

Die Verwaltung einer dynamischen Lagerhaltung etwa mittels Lagerfachkarte wäre viel zu zeitaufwendig und zudem fehleranfällig. Der Vorteil der softwaregestützten Lagehaltung zeigt sich in vielen Bereichen, wobei natürlich die optimale Ausnutzung der Lagerfläche im Vordergrund steht. Andere Aspekte wie die Geschwindigkeit von Ein- und Auslagerungsvorgängen sowie die vereinfachte Kontrolle und Analyse der Lagerkennzahlen sind aber mindestens genauso wichtig.