Digitale Fortschritte im Gütertransport – die Logistikbranche setzt auf Fahrzeuge ohne Fahrer

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IAA TRANSPORTATION 2022: Über die Zukunft der Logistik sprechen
2022-08-29

Eine Erleichterung für Logistikbetriebe, die Alternative für teure oder fehlende Arbeitskräfte und gut für die Umwelt sollen sie sein: Autonom fahrende Lastkraftwagen von DAF und Volvo dürften schon bald die Effizienz der Hamburger Hafenlogistik erhöhen. Als Hafengelände ist die Hansestadt der Dreh- und Angelpunkt des internationalen Transportgeschehens – und als erster ausgewählter europäischer Projektstandort für die Erprobung der fahrerlosen LKW von hohem Stellenwert.

Das Ziel: dem Personalmangel langfristig entgegenwirken und gleichzeitig die Wirtschaft stärken. Die Mittel dazu: eine Förderung von 23 Millionen Euro vonseiten der Europäischen Union, bewährte und doch innovative Technologien sowie eine enge Kooperation zwischen Autoherstellern, Forschern, Behörden, Logistikern und Reedereien. Ganz ohne Herausforderungen geht es dann allerdings doch nicht: Die komplexe Hafenkonstruktion und die innerbetrieblichen Vorgänge machen das Gebiet nicht nur für LKW, sondern auch für normale KFZ schwer zugänglich. Dazu kommen hohe Ansprüche an sicherheitstechnische Aspekte, strenge Vorgaben der EU und der ein oder andere Widersacher; mit der Befürchtung, autonome Hafen-LKW würden mehr Probleme bereiten, als sie zu lösen vermögen. So zum Beispiel ein erhöhtes Ausmaß an Lärmbelästigung durch den in Zukunft möglichen Dauerbetrieb; auch bei Nacht.

 

Umschlagsteigerung durch automatisierte Arbeitsleistung

Das ausgefeilte technologische Meisterwerk in Form von künstlicher Intelligenz sei in der Lage, trotz der Komplexität ein sicheres und effizientes Transportieren zu gewährleisten. Weit zuverlässiger, als der moderne Mensch mit seiner Arbeitskraft umzusetzen in der Lage wäre. Dieser kann indes unaufschiebbaren administrativen Tätigkeiten nachgehen kann. Die Testfahrten der Fahrzeuge unterliegen strengen Kontrollen und Beobachtungen und präsentieren sich bisweilen zuverlässig.

Durch die gute Vernetzung der LKW mit der gesamten Infrastruktur in ihrem Umfeld soll außerdem die reibungslose Abwicklung einzelner Aufgaben möglich werden. Erfolgreiche Tests haben bereits mehrere Landesgrenzen zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland überschritten und bestätigen die Beteiligten in ihrem Umsetzungsvorhaben. Dennoch sind im Zuge des vierjährigen Testlaufs auch am Hamburger Hafen immer wieder Optimierungen und Erweiterungen angedacht. Etwa, um die Fahrzeuge auch weitläufigere Areale bewältigen zu lassen. An der Kommunikation untereinander – zwischen Fahrzeug und Fahrzeug – sollen ebenfalls Verbesserungen stattfinden.

Als geplante Strecke wird derzeit von der Autobahn bis zum Terminal am Hafengelände gesprochen, eine Festlegung auf diese Zone gibt es bisweilen aber nicht. Unterstützung sollen die autonom fahrenden LKW direkt von der Infrastruktur der Stadt Hamburg erhalten, etwa durch die Einspeisung in öffentliche Netze. Aufholbedarf herrscht in Sachen Wartung und Instandsetzung: Vor Ort seien vermehrt entsprechende Optionen erforderlich, um Fahrzeugausfälle weitgehend zu vermeiden. Eine Maßnahme, die das rasche Austauschen erlauben und so vierundzwanzig Stunden Betrieb möglich machen soll.

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